Dienstag, 15. Oktober 2013

Post no.11



 Meine erste Ferienwoche...

Es geht doch nichts über einen gut geplanten Wanderausflug mit der Gastfamilie. Er war wirklich ganz schön, nachdem ich wahrscheinlich einen der ersten Ehekrachs meiner Gastschwester mitbekommen habe. Meine Gastschwester dachte nämlich, dass ihr Mann die Wanderroute schon rausgesucht hat und alles organisiert hat. Falsch gedacht. Mit einer sehr vagen Beschreibung einer Route, die er irgendwann mal schon mal gemacht hat, sind wir nichtsahnend ins Touristencenter gegangen. Erster Rückschlag: Sie kannten die Route erst gar nicht und nach einer Beschreibung der Route waren sie sich einig, dass es nur mit besserer Ausrüstung zu schaffen sei. Allerdings haben wir uns eine Karte gekauft, die dann natürlich unter Streitereien studiert wurde. Letztlich wurde dann eine Route herausgefunden. Allerdings erst nach mehrmaligen Anhalten. Bei dem letzen dieser Stopps haben sie sich endlich auf eine Route entschieden und dann macht der Regenwald seinem Namen alle Ehren: Es fängt an zu regnen. Doch normalen Regen gibt es hier nicht, also muss es natürlich gleich schütten. Aber Muffins  können helfen... Bei dem Waten durch die Pfütze gaben dann auch die Wanderschuhe den Geist auf. Aber der Mann meiner Gastschwester trägt das natürlich mit Fassung und läuft tapfer und ohne zu jammern auf Socken mit einem Wanderschuh drüber. Die Sohlen hatten sich nämlich verabschiedet. Nachdem das alles überstanden war, war es dann aber doch noch eine schöne Wanderung und nach der Hälfte der Strecke hat es sogar aufgehört zu regnen.
Vollkommen verdreckt zu Hause angekommen, wurde dann auch bald meine internationale Gastschwester verabschiedet. Die fand es sichtlich nicht sonderlich toll, dass sich meine Gastmutter noch mit der Homestaymanagerin verquatscht hat und so die ihr sowieso unangenehme Abschiedsprozedur verlängert hat. Und jetzt ist sie weg...
Am Montag war ich Schlittschuhlaufen. Man muss leider sagen, dass hier der Anteil der kleinen Kinder noch größer ist als in Frankfurt. Das hat zwei große Nachteile. Erstens ist es extrem deprimierend, wenn kleine Kinder besser Schlittschuhlaufen können als man sebst. Das ist zwar auch kein Kunststück, aber ein bisschen Rücksicht nehmen könnten sie schon auf mich, finde ich... Zweitens fahren sie teilweise echt schnell und ohne jegliche Rücksicht auf andere. Drei Stürze von meiner Gruppe gehen bestimmt auf deren Konto. Bevor die Frage kommt: Ja, auch ich bin einmal hingefallen und auch der geht auf das Konto von ihnen. Eigentlich habe ich gedacht, ich bin nicht so leicht zu übersehen, wenn ich da stehe und warte, aber für ein Kind, das - auch noch mit Anlauf - frontal in mich reinfährt anscheinend schon. Die jeweils fünf Meter neben mir ohne jegliche Hindernisse haben also nicht gereicht. Außerdem sind dort die süßen kleinen Pinguine Metallrahmen, die anscheinend leichter und schneller sind und die man super als Rammbock missbrauchen kann. Bremsen lernt man anscheinend immer erst später, wenn überhaupt.
Und ich habe endlich einen Kiwi gesehen. (Also nicht die Menschen, die sieht man immer). Der Zoo wirbt überall damit, dass man dort den Kiwi sehen kann. In der Realität sieht das dann aber eher so aus, dass man seinen Schatten für ein paar Sekunden sehen kann. Da das ja leider ein dämmerungs- oder nachtaktives Tier ist, ist es per se schon Dunkel; dann ist es natürlich voll; und dann lebt er ja im Wald und nicht auf schönem flachen Gebiet, wo man ihn gut beobachten kann. Aber ich habe ihn gesehen. So schön war der auch wieder nicht...

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