Dienstag, 8. Oktober 2013

Post no.10



Meine letzte Woche in Term 1....

Und weg ist sie. Naja noch nicht, aber Valentina, meine internationale Gastschwester, hat nach eineinhalb Monaten bei meiner Gastfamilie beschlossen, dass sie ausziehen will. Angeblich mag mich meine Gastmutter mehr als sie, aber selbst wenn das stimmen würde - was ich nicht glaube - könnte ich das auch irgendwie verstehen. Wie soll man auch jemanden mögen beziehungsweise verstehen, wenn der den Großteil der Zeit in seinem Zimmer verbringt und wenn er mal runter kommt, dann nur um zu essen oder auf facebook irgendwas zu machen? Naja, ist jetzt auch zu spät, weil sie nie vorher mit jemandem aus der Familie gesprochen hat oder sonst irgendwelche Andeutungen gemacht hat, dass es ihr hier nicht gefällt.
Ich kam aber am Sonntagabend ganz unbesonnen und nichts großes erwartend nach Hause und dann so was. Valentina war schon oben in ihrem Zimmer, was ja nichts ungewöhnliches ist, meine Gastmutter war gerade dabei ins Bett zu gehen. Jetzt verstehe ich auch wie sie es schafft morgens um sieben schon angezogen zu arbeiten und auch am Wochenende früh aufzustehen; also das heißt für mich früh. Und dann erzählt mir mein Gastvater, dass sie ausziehen wird. Frühstück alleine, Schulweg alleine, Nachmittag alleine, manche Abendessen alleine... Aber darauf zu kommen, mir das vielleicht auch mal zu sagen bevor es zu spät ist, ist sie natürlich nicht gekommen. Auf jeden Fall hängt der Haussegen seit dem ein bisschen schief. Aber Valentina ist eigentlich die einzige, die damit nicht so wirklich umgehen kann. Die Zeit zusammen hat sie vollkommen minimiert, genauso wie die Gespräche.
Am Dienstag bin ich - mal wieder alleine -  zur Schule aufgebrochen, weil sie wieder mal zu spät war. Nach zwanzig Minuten ist sie dann auch mal gekommen. Alle internationalen Schüler hatten nämlich eine Versammlung, bei der die verabschiedet wurden, die zurück gehen werden. Sonst wurden noch irgendwelche organisatorische, rechtliche oder sonst was Dinge gesagt, die jedes Mal gesagt werden und irgendwann wirklich keinen mehr interessieren. Allerdings gab es Neuseeland-cupcakes. Dafür hat es sich auf jeden Fall schon gelohnt.
Das viel beschriebene Wetter hat auch am Dienstag nicht aufgehört sich komisch zu verhalten. Ein Sturm und Gewitter wie sonst was. Sogar so stark, dass meine Gastschwester, die ja in einem anderem Haus lebt, vom Strom abgeschnitten war. Allerdings wenn die Strommasten hier genauso gebaut sind wie die Häuser ist das keine große Überraschung, dass die bei so einem Sturm aufgeben.
Am Donnerstag war dann das zweite mal Feueralarm innerhalb einer Woche. Eigentlich genauso wie in Deutschland: Einmal irgendwas in Chemie und das andere Mal ein Probealarm, bei dem man schon 20 Minuten vorher wusste, dass er bald kommt und man nur noch darauf gewartet hat, dass es endlich passiert. Nur bei dem Alarm selber muss man schon Glück haben, dass man ihn überhaupt hört. Während die Schulglocke nämlich total laut ist (allerdings war ich natürlich so schlau mich beim ersten Mal wirklich genau unter die Glocke - eigentlich ist es mehr so eine Art Tröte - zu stellen. Fehler. Großer Fehler) ist der Feueralarm echt leise. Danach müssen sich alle auf den Schulhof begeben und dann theoretisch in einer Reihe aufstellen. Praktisch steht dann allerdings nur unsere Tutorklasse in einer Reihe.
Außerdem habe ich ab Freitag Ferien...

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