Die Hochzeit...
Mann, hatten die Glück mit dem Wetter! Am Freitag und am Sonntag: Regen ohne Ende (wie jetzt übrigens auch...) und am Samstag schönster Sonnenschein. Und das obwohl am Samstag noch Winter war. Ich habe immernoch nicht so ganz verstanden, wieso man im Winter heiratet, aber immerhin war es der letzte Tag des Winters. Für eine Hochzeit unter freiem Himmel ist das ganz schön riskant.
Schon am Donnerstag sind die ersten Gäste eingeflogen. Die Großcousine mit ihrem Bodybuilder-Sohn sind um Mitternacht angekommen und Tom durfte sie abholen. Am Freitag Abend wurden dann ganz viele Geschichten erzählt, in denen zu erkennen war, dass Tom nicht immer so der bravste Junge war. Aber so viel war am Abend auch nicht los, es wollten alle früh ins Bett, um morgen für den großen Tag ausgeschlafen zu sein. Der begann -für mich auf jeden Fall- sehr gemütlich, aber das Haus hatte sich in einen Friseursalon verwandelt. Da alle versucht haben noch vor 12 Uhr für das erste Fotoshooting fertig zu werden ging das teilweise ganz schön hektisch zu, auch weil die drei Brautjungfern sich hier noch fertig gemacht haben. Während alle anderen noch versucht haben, irgendwas vergessenes noch zu organisieren, saßen meine internationale Gastschwester und ich nur daneben und haben daneben und haben darauf gewartet, dass das Wlan wieder funktioniert. Nach dem dritten rebooten hat es dann auch wieder geklappt, aber dazwischen war es echt langweilig. Wir waren ja auch zu unserem Glück bzw Pech nicht in irgendwelchen Aufgaben eingespannt.
Die Hochzeit selber war sehr klein und echt schön. Aber das beste an der ganzen Hochzeit war das Essen. Vor allem der Hochzeitskuchen: Schokoladen-Erdnussbutter-Cupcakes! Die Reste stehen hier jetzt bei uns rum. Ich weiß nicht, ob das so der beste Lagerplatz ist. Sonst ist eine Hochzeit nicht wirklich interessant, wenn man außer dem Brautpaar und den Brauteltern wirklich keinen kennt. Aber so lang mussten Valentina und ich uns nicht langweilen, denn die Hochzeit war schon um Mitternacht/ein Uhr zu Ende.
Als ich am Sonntag zum Frühstücken kam, war das Haus wieder voll mit Verwandten, die zum Vatertagsbrunch gekommen sind. Um sie herum lagen Berge von Geschenkpapier und Geschenken, die meine Gastschwester und ihr Mann ausgepackt hatten. Zum Glück war ich noch nicht zu spät für den Brunch, nur leider ein bisschen zu spät um groß was mitzuhelfen...
Am Montag haben ich und eine andere Deutsche versucht einen Kuchen zu backen. Es ist schon daran gescheitert, dass wir nicht die richtigen Geräte im Haus hatten. Aber dafür, dass wir keine Waage oder Messbecher hatten und auch keinen Mixer, ist er gar nicht so schlecht geworden. Man konnte ihn essen, aber es besteht noch Verbesserungspotenzial.
Am Mittwoch ging es schon einmal anders los als sonst. 1. Wir sind zu spät gekommen, was allerdings kein Wunder ist, wenn man eine Gastschwester hat, die fast eine Stunde morgens im Bad braucht und die morgens noch verschlafener beim Gehen ist als ich. Und das kann schon was heißen. Auf jeden Fall hat mich mein Tutor nicht ausgequetscht, wieso ich zu spät bin, obwohl er das sonst immer macht. So ein Internationalbonus hat auch schon was Gutes. 2. Es war Mufti-Day, das bedeutet, es kommen (fast alle) in normalen Klamotten in die Schule, müssen aber zwei Dollar bezahlen. So richtig verstanden, wofür man das Geld eigentlich bezahlen muss, habe ich nicht verstanden, aber das haben die meisten Neuseeländer auch nicht. 3. Ich hatte in der ersten Pause einen "Morning Tea" mit dem Schulleiter. Also eigentlich mit dem Stellvertreter, denn der eigentliche Schulleiter ist gerade in Europa oder sonst irgendwo auf der Welt um Werbung für seine Schule zu machen. Es war mehr eine Art Vorstellungsrunde mit Essen.
Außerdem war am Freitag Teacher-Only-Day, den wir eigentlich dafür nutzen sollten um zu lernen. So stellen sich das auf jeden Fall die Lehrer vor. Fakt ist: Wir hatten schönes Wetter und Auckland hat viele schöne Inseln. Der Nachteil an diesen Inseln ist, dass man sie nur mit der Fähre erreichen kann (Überraschung) und die vom Hafen abfahren. Da dieser Hafen aber mitten in der Stadt liegt und man dank dem guten Nahverkehrsystem mindestens über eine Stunde in die Stadt braucht, heißt das früh aufstehen. Aber es hat sich gelohnt. Wir sind mit einer Mini-Fähre dorthin gefahren und waren dann den ganzen Tag gefühlt alleine auf der Insel. Es ist nämlich genau eine Fähre dorthin gefahren und auch genau eine wieder zurück. Das einsame-Insel-Feeling hatte man also deutlich mehr als auf der anderen Insel, auf der wir vorher waren: Kein Bus, kein Laden. Nur der Ranger, der da mit seiner Familie lebt. Das ist auch ein einsames Leben. Abgesehen von den Vögeln. Von denen haben wir sogar etwas gesehen, obwohl wir nicht die geborenen Tierbeobachter und -fotografen sind. Sogar ein Pinguin, der gerade seine Jungen in der Höhle behütet hat, haben wir gesehen. Es stinkt übrigens genauso wie im Zoo. Nur der Kiwi mag mich irgendwie nicht.
Aber bei nachtaktiven Tieren, die im Unterholz leben, darf man wahrscheinlich nicht bei schönstem Sonnenschein suchen. Jetzt habe ich zwar immernoch keinen Kiwi gesehen, es aber dafür geschafft, mir eine Sonnenbrand zu holen....
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