Montag, 19. August 2013

Post no. 4

Die erste Examwoche...

Zwei Wochen frei! Naja nicht ganz. Keiner von den anderen Internationals (außer sie sind schon länger da) muss irgendein Examen mitschreiben. Außer ich. Meine Social Studies Lehrerin meinte nämlich, wir sollen das ganze Schulleben mitkriegen und da gehören die Examen ja auch irgendwie dazu. Das bedeutet jetzt leider nur, dass ich einen Aufsatz über Walfang im Südlichen Ozean schreiben muss. Und selbst wenn ich das verstanden hätte, einen 10-Seiten-Aufsatz (wie all die anderen; ich hab natürlich noch nichts gemacht) geschrieben hätte, würde ich trotzdem nicht bestehen, weil es höchstens nur die Hälfte ist von dem was im Exam drankommt. Das andere Fach, in dem ich die Examen mitschreiben muss, ist Geschichte. Na gut, ich schreibe nur einen Test über Neuseeländische Geschichte, aber in der Examszeit. Und außerdem ist die Neuseeländische Geschichte jetzt nicht soo umfassend (ein dünnes Din A 4 Heftchen). Die haben in den letzten Unterrichtsstunden eine Krankheitepidemie während des 1. Weltkrieg mit Gründen und Folgen durchgenommen. Die Krankheitepidemie macht glaube ich die Hälfte der Themen für das Examen aus. Ist da nichts bedeutsameres in der Welt passiert als so eine Krankheitepidemie?
Aber ich werde jetzt hoffe ich in der Schule nicht mehr so auffallen. Ich habe mir nämlich eine Schuluniform gekauft. Also nur die Schuhe und die Socken, den Rest habe ich mir von Sonya, der Homestay-Managerin geliehen. Ich finde, es geht noch schlimmer in Sachen Schuluniformen: 1. Der Rock ist nicht bodenlang und man kann theoretisch als Mädchen sogar Hosen tragen, macht aber nur keiner 2. drei-viertel der Schüler tragen einfach schwarze Leder-Chucks und nicht die von der Schule offiziell empfohlenen Schuhe 3. die Uniform sitzt bei keinem perfekt und sieht bei jedem ungefähr gleich schlecht aus
Aber bis ich diese Schuhe mal gekauft hatte sind Jahre vergangen. Ich wollte eigentlich zusammen mit einem Mädchen mit dem Bus in ein Einkaufszentrum fahren. In der Theorie ganz schön. Nur leider haben wir nicht so ganz kapiert, dass der Busfahrer wirklich nur hält wenn man ganz deutlich winkt. Einfach nur als einziger an der Bushaltestelle stehen, den Busfahrer angucken und währenddessen schonmal das Geld rauskramen reicht also nicht. Dann haben wir 40 Minuten auf den nächsten Bus warten und dann erst realisiert, dass er ausfällt. Danach haben wir dann beschlossen zu laufen. Nochmal mindestens eine Stunde. Aber zurück sind wir dann wohlbehalten mit dem Bus angekommen. Hat eine viertel Stunde oder so gedauert.
Am Samstag hatte ich dann meine zweite Begegnung mit den Bussen. Eineinhalb Stunden um in die Stadt zu fahren. Man war mir danach schlecht bei dem Busfahrer. Leider hat es wie aus Eimern geschüttet, also nicht das beste Wetter um eine Stadt zu besichtigen, aber ich glaube sonst ist da auch nicht so viel. Der überall groß angepriesene Hafen war dann doch nicht mehr als ein normaler Hafen und den Skytower zu besichtigen, wenn man von unten nicht einmal die Spitze sieht macht auch nicht so viel Sinn. Wir haben uns also auf die Einkaufszentren beschränkt, die -abgesehen von den neuseeländischen Souvenirshops- auch nicht so viel anders sind. Aber immerhin hatten wir auf der Rückfahrt einen Busfahrer, der ein bisschen moderater gefahren ist.
Am Samstag Nachmittag war außerdem noch der Junggesellenabschied von Jessica und ihrem Verlobten. Ich war nicht eingeladen, aber ich glaube es war auch nicht immer ganz jugendfrei.
Und... ich habe jetzt eine neue Gastschwester! Sie kommt aus Chile und ist am Sonntag morgen angekommen (allerdings nicht um vier Uhr morgens, wie ursprünglich geplant). Ihr Schlafzimmer ist auf meiner Etage, die ich bis jetzt ganz für mich alleine hatte, und ich teile mir mit ihr ein Badezimmer. Und mit ihr haben wir dann das gleiche Programm gemacht, was auch mit mit gemacht wurde: Sim-Karte kaufen, Haus zeigen und ausfragen. Allerdings durfte sie nicht schlafen und hat jetzt immernoch einen Jetlag.
Am Montag war dann der erste Tag der Examen und für die Internationalen Schüler der erste Ausflug. Im War Memorial Museum war neben Maori-Geschichte hauptsächlich die Geschichte der Weltkriege. Zum Glück aber auch andere Sachen. Danach natürlich im strömenden Regen zur Uni gefahren und dort komischerweise bei strahlendem Sonnenschein unser Mittagessen gegessen. Doch von der einen Sekunde auf die andere hat es dann wieder angefangen zu schütten. Natürlich genau in dem Moment, in dem wir zur Art Gallery laufen wollten. Auf jeden Fall klitschnass da angekommen musst ich erfahren, dass wir Bilder abmalen sollten. Doch zum Glück hatten sie auch moderne Kunst und ein Quadrat mit einem Rechteck drin kriege sogar ich noch hin.
Am Dienstag hatte ich dann wieder nichts zu tun und bin deswegen die meist Zeit mit Lesley und Jessica rumgefahren. Neben irgendwelchen Sachen für ihre Hochzeit waren wir auch beim Hundefrisör. Sie sahen danach genauso aus, wie man sie sich vorstellt. Die Hündin hatte ein rosanes Schleifchen im Haar (womit sie echt dumm aussah) und der Hund hatte ein blaues Tuch um. Sie haben dann noch ein bisschen mit der Frisörin fachgesimpelt, welche Frisur denn jetzt besser aussieht und welche Frisur welchem Hund denn besser steht.
Der zweite Ausflug der internationalen Schüler ging nach Hobbiton. Viele der Neuseeländer wissen auch gar nicht so genau was das ist. Und viele haben nicht die Filme gesehen. Von wegen "wie kannst du nach Neuseeland fahren ohne die Herr der Ringe Filme gesehen zu haben". Ich habe ja immerhin schon den Hobbit gesehen... Aber es sieht sehr süß aus, man merkt natürlich überhaupt nicht das alles nicht echt ist, aber auch schon die Landschaft drumherum ist sehr schön. Da sind dann auch die ganzen neuseeländischen Schafe. Vorher habe ich nur Kühe, Spatzen und Möwen gesehen (nein, noch keine Kiwis, nur massenweise in Souvenirshops). In Hobbiton, für alle Unwissenden, sind die Szenen für den Hobbit gedreht worden. Die Häuser haben immer verschiedene Größen, je nachdem ob Gandalf riesig oder der Hobbit klein wirken sollte. In den Hütten drin sieht man allerdings nicht farbenfrohe Idylle, sondern nur Werkzeug und eine Wand. Und nachdem der Hobbitonführer, der uns da durch gescheucht hatte, dann noch gesagt hat, dass alle Häuser einen Wasser- und W-lan-Anschluss haben, war es mit der Idylle endgültig hinüber. Einzig und allein das Restaurant war auch von innen im Hobbit-Look (sogar die Toiletten; wenn schon, denn schon). Fotos kommen nach...

1 Kommentar:

  1. Liebe Meret, wir wünschen Dir viel Erfolg mit den Examen, ist ja schon hart, das alles nach ein paar Wochen am anderen Ende der Welt. Wir schicken allerliebste Grüße aus dem wilden Westen, noch mitten im USA Urlaub und völlig frei von Prüfungen. Sabine, Bernd und Julika

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